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Ohne Schule an die Uni
Es ist, als würde die 19jährige Anna Claxton dort weitermachen, wo ihre Eltern einst aufgehört haben. Die waren 1970 als Studenten in den
Semesterferien zu einem Claim bei Dawson City gekommen, um mit Goldschürfen ein wenig Geld zu verdienen - aber das Goldfieber ließ sie nicht mehr los, und sie kehrten nie an die Universität zurück. Reich geworden
sind sie zwar nicht, doch die Nuggets, die sie dem Fluß mit harter Arbeit abtrotzen, erlösen ein monatliches Einkommen, das zum Leben reicht. Mitten in der Wildnis des Yukon haben sie zwei Kinder groß gezogen, und
eines davon, Anna, hat nun den Claim verlassen und sich an der University of British Columbia in Vancouver für das Fach Biologie eingeschrieben.
Leicht war er nicht, der Weg vom Busch in die Großstadt. Was andere Kinder von einem Lehrer in der Schule lernen, hat sich Anna Claxton mit
Hilfe ihrer Mutter per Fernschule eingepaukt. Völlig isoliert indes lebten die Claxtons nie. Die Kinder hatten Spielkameraden, über Radio kamen Informationen über die Außenwelt, und ab der High School stand Anna
Claxton in regelmäßigem Austausch mit den zuständigen Lehrern. Wie es ist, in einem Unterrichtsraum zu sitzen und zuhören zu müssen, erfuhr sie erst, als sie den Busch verließ, nach Vancouver zog und die ersten
Vorlesungen an der Universität hörte.
Den Rücken gekehrt hat Anna Claxton ihrer Heimat nicht. Die Semesterferien verbringt sie, gar nicht weit vom Goldfeld ihrer Eltern, in
Dawson City, wo sie im historischen Kostüm Touristen durch die alten Bretterhäuser führt. Daß auch sie aus ihrem Ferienjob den künftigen Beruf machen wird, ist nicht zu erwarten. Wohl aber, daß sie sich nach dem
Examen als Tierärztin in Dawson City niederlassen wird, denn um glücklich zu sein braucht sie das weite Land des Yukon. Ihrem Bruder geht es ebenso, er hat die Wildnis gar nicht erst verlassen. Da er nichts anderes
gelernt als Goldwaschen, wird er eines Tages den Claim der Eltern übernehmen.
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