Manfred Köhler
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Von der Stateline Utah/Nevada nach Austin

"Dank Ihrer Tapferkeit und Ihres ausgeprägten Orientierungssinns haben Sie einen der letzten unbefestigten Pfade des alten Westens gemeistert. Obwohl wir sicher waren, daß Sie es schaffen, war uns doch zuweilen bange. Nun können wir Ihnen gratulieren: Sie haben es überlebt den Highway 50, die einsamste Straße Amerikas gefahren zu sein." Mit Urkunde, Anstecker, T-Shirt, Mütze und Aufkleber belohnt der Staat Nevada Highway-50-Reisende, die sich in den Städten Ely, Eureka, Austin, Fallon und Fernley mit "I survived"-Stempeln ihren Überlebenskampf auf der knapp 400 Meilen langen Wüstentour beglaubigt haben lassen. Die augenzwinkernden Anspielungen auf die Verlassenheit der Strecke entlang des früheren Pony Express Trails sollte man nicht als bloße Ironie abtun: Wem zwischen Eureka und Austin der Sprit ausgeht, der ist in echten Schwierigkeiten, und wer spätnachmittags von Austin aus auf Campgroundsuche geht, kann sicher sein, nicht vor Mitternacht in den Schlafsack zu kriechen. Die wenigen Ortschaften hier "in der Mitte des Nirgendwos" sind wie bewohnte Westernfilm-Kulissen, in den Saloons wird gesoffen, geflucht und auf den Boden gespuckt. Die Gastfreundschaft dieser Rauhbeine ist alles verschlingend, unausweichlich, von einer aggressiven Herzlichkeit, beängstigend und rührend zugleich.