Manfred Köhler
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Von Salina zur Stateline Utah/Nevada

Lebensfeindlich und trostlos wie kein anderer Landstrich am Highway 50 ist der Westen Utahs. Einsam war auch schon der Osten mit seinen sagenhaften Felslandschaften, in seiner Sonnenglut und Vegetationslosigkeit alles andere als ein einladendes Wandergebiet; die Verlassenheit des Flachlandes aber, der ebenen, steinigen Dürre, ist ungleich erdrückender, fehlt es hier doch an Horizont. Abgeschlossen und damit überwindlich wirkt die Gesteinswüste, eine kleine Welt, die leicht zu verlassen ist. In der flachen Weite fließen Himmel und Erde ineinander, die flirrende Hitze verschlingt jede Begrenzung, und die Wüste verschwimmt zum endlosen Ozean.

Eingeklammert zwischen den extremen Klimazonen in Ost und West, zwischen Felsengarten und ebener Einöde, liegen die Städte Salina, Scipio, Holden und Delta, der Highway 50 schlängelt sich durch eine freundliche Mittelgebirgslandschaft, auf deren Wiesen sogar Kühe grasen. Belebter ist es hier nicht allein wegen des milderen Klimas, sondern auch, weil die Ost-West-Achse Highway 50 sich mit Nord-Süd-Verbindungen vernetzt, an denen die Ballungsgebiete Salt Lake City und Las Vegas hängen.

Auf Fremdenverkehr hat man sich vor allem in Delta eingerichtet. Die Stadt wirbt mit der Heuwürfel-Fabrik "Paramount Cubin Company" und dem Naturwunder "Little Sahara", ausgedehnten Sanddünen als Relikt eines ausgetrockneten Binnenmeers. In Delta finden sich erstmals Ansätze für eine touristische Vermarktung der transkontinentalen Straße: Die Stadt versorgt Highway-50-Reisende mit dem Überlebensset "Highway 50 Survival Kit". Kartenmaterial und Broschüren gelten, obwohl so viele Meilen Wüste bereits in Utah zurückzulegen sind, allerdings erst für den Nachbarstaat. Denn die Regierung von Nevada ist es, die den Highway 50 zur einsamsten Straße Amerikas ernannt hat.