Manfred Köhler
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Von Coolidge nach La Junta

Direkt auf der Grenze zwischen Kansas und Colorado steht am Highway 50 ein alter Saloon. Kam ein Sheriff aus Kansas in diese Räuberspelunke, so konnte es ihm passieren, daß der Outlaw, den er verhaften wollte, einfach ans andere Ende der Theke wechselte und sich damit, obwohl noch im gleichen Saloon, auf dem Gebiet von Colorado tummelte und für den Gesetzeshüter unerreichbar war.

Derlei sonderliche Geschichten hört man an allen Ecken, hier im Land von Doc Holiday und Calamity Jane. Die Stadt Granada zum Beispiel, heute nichts weiter als einer von vielen malerischen Schandflecken am Highway 50, rühmt sich nicht nur dessen, Schauplatz eines Viehtriebs mit 40.000 Cowboys und zehn Millionen Rindern gewesen zu sein - auch die verrufensten Outlaws seien hier ein und aus gegangen. Granada, Carlton, Lamar, Las Animas, all diese Städte und Käffer im Osten Colorados sind abstoßend und faszinierend gleichermaßen.

La Junta dagegen ist verblüffend anders. Die Heimatstadt des Highway-50-Experten Doyle Davidson wirkt gepflegter als die meisten wohlhabenden Großstädte und ist an Sehenswürdigkeiten reich. Regelmäßig finden in La Junta Viehauktionen statt, die jederzeit besucht werden können, und wer sich für die Geschichte der Indianer interessiert, dem sei das Koshare Indian Museum empfohlen. Das Juwel von La Junta aber ist Bent’s Old Fort, eine originalgetreu rekonstruierte Handelsstation, hinter deren Lehmmauern Schauspieler in historischen Kostümen Situationen nachleben, wie sie vor 150 Jahren, in der großen Zeit dieses Wild-West-Forts, Alltag gewesen sein mögen. Eine stimmungsvollere Westernkulisse findet sich am Highway 50, findet sich vielleicht in ganz Amerika kein zweites Mal.