Manfred Köhler
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Den Trucks ein neuer Highway

Sie ist ein zartes Persönchen und auch ein wenig eitel, aber zupacken kann sie wie ein Steineklopfer. Kein Wunder, Troy schuftet täglich zwölf bis 13 Stunden am Bau, sechs Tage die Woche, übernachten im Trailer, nur sonntags zuhause und diesen Rhythmus ohne Unterbrechung von März bis November. Bruttolohn: neun Dollar, 15 Cents die Stunde.

Zwischen Strong City und Elmdale arbeitet Troy mit an der Neutrassierung des Highways 50. Obwohl es bretteben ist in diesem Teil von Kansas, sind die Straßenbauarbeiten kein Kinderspiel. Denn der Untergrund ist feucht und unbeständig, die Anforderungen an die neue Straße aber sind enorm. Deshalb muß der alte Highway auch weichen: weil er in Breite und Fahrbahnfestigkeit dem ausufernden Truck-Verkehr nicht mehr gewachsen ist. Anders als an so vielen anderen Abschnitten, in denen die stillgelegte Straße nur gesperrt und dem Verfall preisgegeben wurde, soll die alte Route 50 hier samt Brücken und Unterbau herausgerissen werden.

Noch rollt der Verkehr auf dem bisherigen Highway, während 20 Meter nebenan der Stahlbetonunterbau der neuen Trasse gelegt wird. Ein lauter, staubiger, heißer Job. Daß Troy diese Arbeit gerne macht, sich damit identifiziert, Straßenbauerin zu sein, tut ihrer weiblichen Eitelkeit keinen Abbruch: Während ihre Kollegen sich nicht lange bitten lassen, kommt für sie ein Foto mit Dreckschmierern im Gesicht und mit vom Schutzhelm verstrubbelten Haaren nicht in Frage.