Manfred Köhler
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Ein Naturwunder auf Wanderschaft

Unwirklich wie eine Oase in der Wüste erheben sich unweit der Stadt Delta, direkt neben dem Highway 50, weit geschwungene Sanddünen inmitten fruchtbaren Landes. Die Ruhe großer Einöden liegt über diesem "Little Sahara" genannten Naturwunder; dass die Dünen in ständiger Bewegung sind, dass sie sogar wandern, zeigen nur Zaunpfähle und Stacheldraht einstiger Weiden, heute vom Sand halb verschlungen und zu bleichen Skeletten zerfressen. Auf den Wellen der Dünen treiben leere Cola- und Bierdosen, von den wirbelnden Körnchen ihrer Farbe beraubt, eisgraue Mumien, die wie Plastiknachbildungen ihrer selbst anmuten. An Bord der wandernden Sandmassen hat sich eine spezifische Pflanzen- und Tierwelt niedergelassen. Wüstengräser der verschiedensten Arten rotieren im Wind, zeichnen mit ihren Spitzen Kreislinien um den Mittelpunkt ihrer Wurzelstöcke. Sie sind die einzigen Lebewesen, die Spuren hinterlassen, ohne selbst unsichtbar zu sein. Von der Vielzahl der dünenbewohnenden Reptilien und Insekten zeugen nur winzige Trippelschritte, die sich, kreuz und quer verlaufend, zu einem Netz vereinen, hauchdünn über das Wellenmuster gelegt, das der Wind in diesen wandernden Fremdkörper gefurcht hat und ständig aufs neue furcht. Wie das Gegenstück einer Fata Morgana, so liegen die Sanddünen der "Kleinen Sahara" inmitten der fruchtbaren Felder Utahs.

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