Manfred Köhler
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Der Künstler aus dem Tipi

Diese Stimme erreicht nicht nur die Ohren, sie dringt durch den ganzen Körper. Schon wenn er spricht, beherrscht Leonard den Raum. Wenn er dann aber zu alten Indianerliedern ansetzt, sich dabei versteift und in leichte Trance zu fallen scheint, steigt die Stimme mit einem Druck aus seiner Kehle, der meterweit zu spüren ist.

Als Indian Artist bezeichnet der 55jährige Leonard sich selbst - als indianischen Künstler. Unweit des Ortes Chistochina lebt der Athabaske mit seiner Frau in einem Haus, das in der Form einem Tipi nachempfunden und das von 24 Huskies umlagert ist. Alte Indianergesänge sind der seltener vorgebrachte Teil seiner Kunst; vorwiegend beschäftigt sich Leonard mit Bildhauerei.

Früher ist er viel herumgezogen. Nachdem er in Fairbanks die High School abgeschlossen hatte, wanderte er zehn Jahre lang durch Kalifornien, lebte vom Schmuckverkauf, arbeitete bei Viehversteigerungen und im Straßenbau. In dieser Zeit fing er auch an, sich für die Rechte seines Volkes einzusetzen.

1974 entdeckte Leonard sein künstlerisches Talent. Vor allem Adlerfiguren sind es, die er seitdem aus Wurzeln oder Elchgehörnen herausarbeitet. Neben der traditionellen Schnitzkunst seines Volkes, hat er sich auch schon in anderen Bereichen versucht. Sein größter Erfolg: 1979 gestaltete er die Siegesmedaille des weltbekannten Iditarod Schlittenhunderennens.