Manfred Köhler
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Feldfrüchte vom Feuerwehr-Kommandanten

Auch wenn er ständig Ärger mit seiner Frau hat - Ernie aus Wasilla ist nicht vom Traktor herunterzubekommen. Tag für Tag von früh bis spät sitzt er auf seinem Uralt-Ackergefährt aus den Zeiten der Homesteader und bestellt seine Felder. Seine Kartoffeln, Zwiebeln, Salatköpfe, Erdbeeren, Karotten und Zucchini verkauft er auf dem Markt in Anchorage und auf dem romantisch gestalteten Farmers Market auf dem Freigelände des Museums von Wasilla.

Ernie betreibt den Ackerbau wie einen Beruf, doch säen, pflanzen und ernten waren nie mehr als ein Hobby. Sein Geld verdiente der 54jährige Früh-Pensionär als Feuerwehrkommandant von Wasilla. Auch damals schon konnte seine Frau ihn meist auf seinem drei Acre großen Acker oder bei seinem Markt-Verkaufsstand finden. 

Daß die meisten Farmer der Region Wasilla nur nebenberuflich auf den Feldern arbeiten, liegt daran, daß importiertes Gemüse deutlich billiger ist. Schmackhafter und größer als Alaskas Feldfrüchte indes ist die Importware nicht, im Gegenteil: In den taghellen Sommernächten des Nordens werden manche Pflanzen sogar weitaus größer als die eingeführten. Längst sind diese grünen Giganten keine achtlos verzehrten Jumbo-Versionen mehr, sondern Züchtungsziel: Beim alljährlichen Riesengemüse-Wettbewerb können Kohlköpfe mit bis zu 100 Pfund Gewicht bestaunt werden.