Manfred Köhler
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Keine Zeit für den Broadway

Würde der Broadway rufen, Terrie hätte gar keine Zeit für ihn. Die 29jährige Tänzerin und Schauspielerin aus Toronto im kanadischen Ontario ist voll ausgebucht: Nach Engagements in Japan, Los Angelos und Vancouver hat sie sich für die volle Sommersaison bei "Diamond Tooth Gerties" in Dawson City verpflichtet, und auch im folgenden Jahr ist nichts zu machen - da warten längst Shows in England und Australien darauf, von ihr choreographiert zu werden.

Zwischen Japan und Australien in Dawson City aufzutreten, einer kleinen Stadt weitab in der Berg-Einsamkeit Yukons, ist für Terrie alles andere als ein Makel im Terminkalender. Die weltbekannte Goldgräberstadt wird jeden Sommer überrannt von Touristen, und die Bühne der Spielhalle "Diamond Tooth Gerties", auf der Terrie täglich dreimal den bunten Can-Can-Rock fliegen läßt, wird in ganz Alaska und Kanada empfohlen.

Terrie tanzt, seit sie neun Jahre alt ist. Auf der Bühne zu stehen und Menschen zu unterhalten, ist ihr zwar das Wichtigste an ihrem Beruf, aber ausgelastet fühlt sie sich damit nicht. Viele ihrer Auftritte choreographiert sie auch selbst, und nebenher betreibt Terrie noch eine eigene Tanzschule in Toronto. Auch bei Diamond Tooth Gerties ist sie nicht nur Tänzerin, sondern Dance Captain, also Leiterin der Tanztruppe.

Den Preis ihres Erfolges bezahlt Terrie mit ihrem Privatleben. Ihren Mann Welder sieht sie oft wochenlang nicht, auf Kinder hat das Ehepaar bislang verzichtet. Solange sie noch jung ist, möchte Terrie weiter auf ihr Traumziel zusteuern, irgendwann einmal am Broadway aufzutreten. Daß sie es tänzerisch schaffen wird, wenn sie nur weiter hart an sich arbeitet, daran zweifelt sie nicht. Das einzige Problem wird wohl sein, den Broadway noch irgendwo dazwischen zu schieben, wenn er erstmal gerufen haben wird.