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Am Ende der Welt - doch nicht allein
Als mich Tilmann Waldthaler ein Jahr vor Beginn seiner Tour fragte, ob ich parallel zur Reise das Buch dazu schreiben wolle, ging es zunächst nur
darum, die Entstehungszeit des Manuskriptes abzukürzen.
Schon bald aber zeigte sich, daß in einer solchen Zusammenarbeit durch das Medium Internet ein neuer Ansatz steckte: der unmittelbare Dialog des
Reisenden mit dem Seßhaften zu Hause - das Ineinanderfließen und der ständige Austausch zweier eigentlich unvereinbarer Welten. Für den Reisenden ist sein Unterwegssein Alltag, das Bewußtsein des Ortsgebundenen ist
ihm abhanden gekommen. Der Seßhafte dagegen blickt mit etwas Neid auf den, der da einen Traum in die Tat umsetzt, den viele Menschen träumen, und kann sich dabei die Strapazen und Gefahren, mit denen dieser Traum
von Freiheit und Abenteuer bezahlt wird, nicht wirklich vorstellen.
Dieses Buch macht den interaktiven Charakter der Reise faßbar. Das Besondere daran war ja: Tilmann Waldthaler war allein unterwegs - und war es doch
nicht. Während er sich durch den Dschungel kämpfte und über Pässe schuftete, beschäftigte er die Phantasie Tausender von Reisefreunden und Radsportfans rund um den Globus, die über seine Homepage mit ihm verbunden
und in Gedanken bei ihm waren. Am Ende der Welt unterwegs, war er doch mit aller Welt vernetzt, gab Auskunft über seine Erlebnisse, beantwortete Fragen und bekam durch diese Fragen Nahrung für seine eigene
Vorstellungskraft, so daß auch er selbst seine Reise anders erlebte und verarbeitete als er es getan hätte, wäre er wirklich allein gewesen. Dieses Buch ist damit umfassender und reicher als herkömmliche
Reiseberichte, die im Nachhinein entstehen, dann, wenn der Abenteurer längst wieder zu Hause ist. Es nimmt Fragen vorweg, die der Leser eines Buches gerne stellen würde, aber nicht stellen kann - und die der Autor
zu dieser Zeit auch gar nicht mehr aus dem Erleben, sondern nur aus der Erinnerung heraus beantworten könnte. Letztlich ist dieses Buch die Reise selbst, es ist Papier gewordene Gegenwart.
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