Manfred Köhler
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Backstage – wie der Roman entstand:

Gemenge aus Alptraum,
Armbruch und Krieg

Es kommt bei mir eher selten vor, dass ein Alptraum die Grundlage für einen Roman bildet. Im Falle des Thrillers In eisigen Kerkern trug ein schlimmer Traum zumindest zur Entstehung bei, auch wenn ich heute, nach über acht Jahren, nicht mehr so recht weiß, warum dieser eine Traum mich so verstörte. Der Inhalt war recht simpel: Ich war in einer einsamen Gegend in Not geraten, jemand hatte mir mein Fahrrad weggenommen und wollte es mir nicht wiedergeben. Ich saß fest.

Zum Thema Fahrrad hatte ich in dieser Zeit auch ein echtes Erlebnis, ich weiß nur nicht mehr, ob es vor dem Traum war oder hinterher. Auf einem Waldweg verdrehte es mir den Lenker, und ich flog kopfüber in den Graben. Obwohl ich außer einer kurzen Hose und Sandalen nichts an hatte, ging der Sturz glimpflich aus. Ein Teil des Rückens war zerkratzt und die Abfanghand gestaucht. Das wäre nicht der Rede wert gewesen, hätte ich nicht 19 Jahre zuvor fast exakt den gleichen Unfall gehabt, aber damals mit Folgen. Es war kurz nach dem Abitur, und ich wollte mich bei der Bundeswehr für zwei Jahre verpflichten, um erst mal Geld zu verdienen. Z2, so hieß das damals, war recht gut bezahlt.

Der Fahrradunfall aber führte zu einem komplizierten Armbruch, die Bundeswehr stellte mich zurück, ich fing übereilt an zu studieren, brach wieder ab, ging später zum Bund, studierte noch mal, brach wieder ab – ein einziges Chaos. Nach dem zweiten, fast identischen Unfall zwei Jahrzehnte später passierte überhaupt nichts, mein Leben ging einfach so weiter. Das beschäftigte mich.

Das alles wäre immer noch kein Roman gewesen, hätte ich mich nicht an einen Zeitungsausschnitt erinnert. Vielleicht habe ich ihn auch zufällig wieder gefunden. Es ging darin um die Art und Weise, wie der Erste Weltkrieg in den Alpen geführt wurde. Unter anderem trieben Soldaten kilometerlange Gänge in Gletscher, um sich selbst und ihre Waffen darin zu verstecken. Manche Gletscher waren die reinsten Festungen. Ich hatte mir den Artikel aufgehoben, weil ich das Gefühl hatte, das ließe sich irgendwann mal in einem Roman verwenden. Unfall und Alptraum und Gletscher-Krieg – auf einmal war dieser Roman da.

Wie üblich hagelte es nach der Fertigstellungen erstmal Ablehnungen. Erst zwei Jahre später fand ich einen Verlag, der ließ sich zwei weitere Jahre Zeit. 2008 endlich erschien der Roman unter dem Titel Schreckensgletscher. Dieser Thriller entsprach dem ersten Buch des heutigen Ebook-Thrillers In eisigen Kerkern. Mehr war auch nie geplant gewesen. Aber der betreffende Verlag war spezialisiert auf Fortsetzungen, und zwei davon lieferte ich dann auf Nachfrage eben an. Das ging bei der Nachfolge-Geschichte, die unter dem Titel Tiefpunkt erschien, noch recht leicht: Nelli hatte überlebt, war pleite, aber ihre Erlebnisse ließen sich zu Geld machen. Nur gerät sie dabei leider an die Falsche. Bei Teil 3 kam mir die Backstory zu Hilfe: Nellis schlechtes Gewissen gegenüber ihrer Stieftochter Monika. Der Konflikt zwischen den beiden Frauen war von Anfang an ein wichtiger Teil der Geschichte.

Als ich die Rechte an den Romanen zurückbekam und das Amazon-Kindle-Programm aufgelegt wurde, eröffneten sich ganz neue Möglichkeiten der Zweitverwertung. So entstand die Idee, alle drei Romane in einem Sammelband als Ebook zu bündeln.

Zum Sammelband-Thriller In eisigen Kerkern