Manfred Köhler
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Backstage - wie der Roman entstand:

Die alte Frau am Fenster, ein Geist?

Als ich im März 1999 in mein Haus im Ferienpark Lichtenberg zog, war ich in dem entlegenen Urlaubsdorf fast der einzige Bewohner. Die meisten Häuser in unmittelbarer Nachbarschaft standen bis zu 50 Wochen im Jahr leer, weil es zu dem Zeitpunkt noch reine Feriendomizile waren.

Links von meinem Hauseingang schaute durchs dichte Gesträuch lediglich ein Fenster des Nachbarhauses hervor. Im Hochsommer, meist für drei bis vier Wochen, lebte in diesem Haus eine alte Frau, die ständig an diesem Küchenfenster hinter den rotweiß-karierten Vorhängen hockte und rauchte. Egal, wann ich kam oder ging, sie war da, aber schaute nie her noch bewegte sie sich, außer, um die Zigarette zum Mund zu führen. Nach Ende des Hochsommers war sie dann für den Rest des Jahres wieder verschwunden. Irgendwann dachte ich: Die könnte genauso gut ein Geist sein, so teilnahmslos und fern der Welt wie die da sitzt...

Mit diesem Gedanken hatte ich das Gefühl, da könnte ein Roman draus werden. Aber ein Geist der nichts macht außer zu rauchen, ist ziemlich langweilig. Also verschwand die Idee im Hinterkopf. Irgendwann später kam mir ein anderer Einfall: Was, wenn in einem alten Haus etwas so gut versteckt wäre, dass es unmöglich zu finden ist, aber ein Gespenst in dem Haus weiß, wo es ist. Man kann mit ihm kommunizieren, aber nur von Geist zu Geist. Also lässt sich jemand zum Sterben in das Haus bringen oder wird gegen seinen Willen dorthin gebracht, um das Geheimnis zu ergründen und es dann den Lebenden mitzuteilen. Man merkt schon an diesem Satz, dass die Idee für sich allein nicht recht funktioniert hat. Denn wenn der Sterbende dann selbst ein Geist ist, wie soll er das Geheimnis verraten? Trotzdem brachte dieser Ansatz zusammen mit der rauchenden alten Frau einen Durchbruch, und plötzlich hatte ich eine neue Geschichte. Den titelgebenden Kern dieser Story fand ich erst beim Schreiben.

Die Kadaver-Sammlerin ist seit Mai 2011 mein absoluter Ebook-Bestseller, und ich habe keine Ahnung, wieso. Die Geschichte ist nett, ich mag sie, aber andere mag ich auch. Invasion aus dem Jenseits gibt eigentlich mehr her und hat, finde ich, ein besseres Ende.

Das, freilich, kann man beim Kauf nicht wissen. Das erste, was man bei Amazon sieht, ist das Cover, also, vielleicht liegt es ja daran. Tatsächlich hat der zweitbeliebteste meiner Horror-Romane einen ähnlich schaurigen Titel: Der vermauerte Folter-Kerker

Zum Roman Die Kadaver-Sammlerin