Manfred Köhler
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Backstage – wie der Roman entstand:

Und wieder war es eine Fahrradtour

Ideen kommen bei mir selten, wenn ich nach ihnen suche. Sie kommen ungefragt und ganz anders. Aber manchmal dann viel besser als erhofft...

Im Frühjahr 2011 war ich eigentlich mal wieder am Ende. Seit Monaten, wenn nicht gar Jahren keine brauchbaren Einfälle, keine Zeile geschrieben und nur Frust. Nach der Glauser-Nominierung für „Schreckensgletscher“ (jetzt Nellis Tagebuch Teile 1-3), einem ersten echten Hoffnungsschimmer nach mindestens 20 Jahren des Schreibens von Büchern verschiedenster Sparten, war einfach überhaupt nichts passiert, im Gegenteil, es ging bergab. Statt besserer Chancen bei Verlagen schien ich plötzlich überhaupt keine mehr zu haben, es kamen ausschließlich Absagen, oder die eingesandten Manuskripte wurden ignoriert. Ich hatte das ewige Klinkenputzen auch satt.

Dann passierte zweierlei, und beides fast gleichzeitig: Ich hatte beim Radeln erstmals seit Ewigkeiten wieder eine elektrisierende Idee – und Amazon startete sein Self-Publishing-Programm für Ebooks. Das war der eigentliche Impuls. Ich hatte über ein Dutzend Romane in der Schublade, und die konnte ich nun alles rausholen und veröffentlichen. Und tatsächlich wurden die Ebooks von Anfang an auch gekauft.

Das gab mir Auftrieb, und so nahm die neue Idee auch sehr schnell Gestalt an. Eigentlich hatte ich vorgehabt, meine Reihe Scheinwirklichkeiten mit einem fünften Kurzroman fortzusetzen, und der neue Einfall ging auch in diese Richtung. Der Plot war: Ein Hippie betreibt in den 70er Jahren einen kleinen Öko-Laden und startet als Werbegag eine Verlosungsaktion für Kinder. Jedes Kind darf sich aus einem Glas mit durchsichtigen Kristallen einen nehmen. Da es sich um „magische“ Steine handelt, verändern sie mit der Zeit ihre Farbe. Je nach Verfärbung gibt es am Ende des Gewinnspiels unterschiedlich gewichtete Preise. Aber bevor es zur Preisverleihung kommt, ist der Laden plötzlich geschlossen, der Hippie verschwunden. Erst in der Gegenwart werden die längst erwachsenen Kinder von damals mit der Sache wieder konfrontiert. Ein Nachkomme des Hippies hat sich in den Kopf gesetzt, das Gewinnspiel endlich einzulösen, und schreibt alle Teilnehmer an. Das Unheimliche aber ist: Alle Kinder, deren Steine sich schwarz verfärbt hatten, sind kurz darauf gestorben. Wer einen roten Stein hatte, sitzt im Gefängnis. Wer einen weißen hatte, ist reich geworden. Und so weiter. Eigentlich ein Mystery- oder Horror-Stoff.

Aber dann beschloss ich ganz spontan, daraus einen Krimi zu machen. Jahre zuvor hatte ich an einer Detektiv-Serie namens Tommy Gun mitgeschrieben und dafür drei Romane verfasst. Die Serie war im vph-Verlag erschienen und irgendwann eingestellt worden. Initiator der Serie war Harald Jacobsen. Deshalb fragte ich bei ihm nach, ob es ihm recht wäre, wenn ich nun mit einem neuen Tommy-Gun-Krimi allein weitermachen würde – worauf Harald anregte, die Serie neu ins Leben zu rufen und selbst auch wieder mitzumachen. Von den damaligen Autoren war auch Gunnar Schuberth gleich wieder dabei, und so wurde Tommy Gun mit meinem neuen Roman Indianerfluch, den ich nun aus dem Steine-Stoff verfasste, weitergeführt.

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