Manfred Köhler
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Backstage – wie der Roman entstand:

Vom „kleinen Urlaub“
zur großen Verschwörung

„Ein Tag in der Therme ist wie ein kleiner Urlaub“ – das war ein Satz, den ich öfter hörte, nachdem in Bad Steben 2004 die neue Saunalandschaft eröffnet worden war. Dass ein solcher Wohlfühlort als Schauplatz eines Romans gut ankommen würde, war naheliegend. Ich selbst empfand es ja genauso.

Es dauerte allerdings noch zwei Jahre, bis mir Einfälle kamen, die zu diesem Ort passten. Das ist oft so beim Schreiben: Eine Idee allein führt noch zu nichts. Es müssen andere, oft ganz unterschiedliche Gedanken dazu kommen, bis eine Geschichte entsteht. Bei Die Todes-Botschaft waren es mindestens drei: 1. Mir fiel auf, dass die Listen, die ich anlegte, um meine Wertpapiergeschäfte besser zu überschauen, wie geschaffen waren, um eine Botschaft zu verschlüsseln; 2. beim Radeln entdeckte ich im ehemaligen Grenzgebiet eine alte, verfallene DDR-Kaserne und ließ diesen Ort von innen und außen auf mich wirken, bis er plötzlich zum Schauplatz wurde; 3. in einer Zeitschrift las ich über einen Mann, der philosophische Beratungen anbietet – das war die Initialzündung, denn damit hatte ich eine Hauptfigur, den Daniel. Dachte ich.

Als ich anfing zu schreiben, drängte sich nämlich ganz schnell die eigentlich als Nebenfigur geplante Lilia so sehr in den Vordergrund, dass Daniel schließlich auf Platz 2 weichen musste. In dieser neuen Rolle wurde er dann ungeahnt wichtig, denn in seinem Gefolge tauchte eine Figur auf, die überhaupt nicht vorgesehen war: Robin. Zum Glück, denn ohne seine Börsenkenntnisse hätte sich der Fall gar nicht lösen lassen.

Auch dieser Fall selbst entwickelte sich übrigens erst beim Schreiben zu dem überregionalen Komplott, das er jetzt ist. Als große Verschwörung zur Vernichtung börsennotierter Solar-Unternehmen war die Aktivität meiner Verbrecher überhaupt nicht gedacht gewesen.

Was ich selbst an dieser Geschichte am meisten mag, ist aber nicht der Kriminalfall, sondern die Art, wie die Figuren zusammenwirken, und der besondere Humor von Robin. In dieser Art würde ich gerne wieder einmal schreiben. Warum ich es nicht mache? Keine Ahnung. Zwei Varianten einer möglichen Fortsetzung sind nach rund 30 Seiten stecken geblieben. So was passiert leider, und oft kann man nichts dagegen machen.

Vielleicht fehlt aber auch hier nur irgendeine Information, die ich irgendwann bekomme, und schon geht es dann los. Bei dieser Geschichte hoffe ich das ganz besonders.

Zum Roman Die Todes-Botschaft