Manfred Köhler
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Backstage – wie der Roman entstand:

Doch das ist wieder
eine ganz andere Geschichte...

Beim Schreiben passieren seltsame Dinge. Man fängt an mit dem, was man sich vorgenommen hatte, aber landet dann ganz woanders. Oder genau dort, bloß auf anderen Wegen. Manchmal aber wird man total überrumpelt von dem, was man da selbst niederschreibt. Im Extremfall kommt es vor, dass man einen Roman beenden will, aber plötzlich statt das Ende den Beginn einer weiterführenden Geschichte eintippt.

So ging es mir bei meinem Tommy-Gun-Krimi Höllisches Halloween, der als abgeschlossene Geschichte geplant war und das auch wurde – aber am Ende formulierte ich plötzlich einen Absatz, der wie die Zusammenfassung einer Fortsetzung klang. Damit diese Vorschau nicht in der Luft hing, schrieb ich noch: Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte... Und genauso dachte ich es mir auch. Eine ganz andere, letztlich neue und völlig unabhängige Geschichte, die ich irgendwann mal schreiben würde. In ferner Zukunft. Vielleicht.

Dann aber fiel mir, ganz unabhängig von der spontanen Vorschau, ein weiteres typisches Chicago-Thema ein: Wolkenkratzer. In Windy City entstand 1885 das erste moderne Hochhaus der Welt, das Home Insurance Building. Wo Hochhäuser sind, gibt es Fahrstuhlschächte, in die man Leute schmeißen kann... – und schon hatte ich eine neue Tommy-Gun-Geschichte. Wie es sich beim Schreiben ergab, war der Tote aus dem Fahrstuhlschacht eine der Figuren aus dem Vorgängerroman, immer mehr Hinweise auf den alten Fall tauchten auf, und auf einmal schloss sich eine nahtlose Fortsetzung an. In der Überzeugung, dann eben einen Zweiteiler zu verfassen, schrieb ich die Geschichte zu Ende – und es passierte wieder genau das gleiche: Der letzte Absatz geriet zur Vorschau eines weiteren Tommy-Gun-Romans und damit eines dritten Teils (Ausweglos).

Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte...

Zum Roman Der Leichenschacht

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