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Geisterburg Wolfsegg und Landsknecht-Führung Kallmünz
Sucht man im Internet nach den unheimlichsten Spukorten in Bayern, erscheint die Burg Wolfsegg im Regensburger Land meist ganz oben auf den
Listen - zuletzt belegte sie bei Spiegel-Online Platz neun von „zehn sagenhaften Orten“ in Deutschland. Auf Burg Wolfsegg spukt - will man den Sagen, Legenden, zahllosen Illustrierten-Artikeln und Aussagen von
Parapsychologen und Hellseherinnen aus aller Welt glauben – der Geist der Gräfin Klara von Helfenstein, die sich auf ein mörderisches Intrigenspiel einließ und der Rache ihres Ehemannes zum Opfer fiel. Immer wieder
wurde seitdem von unerklärlichen Lichtphänomen, schemenhaften Nebelerscheinungen und weiß leuchtenden Frauengestalten berichtet. Bei einer Besichtigung der Burg sind unheimliche Erlebnisse wie diese äußerst
unwahrscheinlich, aber gruseln kann man sich trotzdem. So hängt in einer der Kammern der Burg, dem mutmaßlichen Mordzimmer, das Bildnis der Klara von Helfenstein neben der Fenster-Sitznische, in der sie ihre letzten
Minuten verbrachte, bevor ihre Mörder über sie herfielen. Wer sich näher mit den zahllosen Sichtungen der Weißen Frau beschäftigen möchte, kann die Kopien der Zeitungsartikel studieren, die sich in den
zurückliegenden Jahrzehnten mit dem Fall beschäftigten. Für unheimliche Stimmung sorgen auch die engen, verwinkelten Gänge der Burg und eine Ausstellung mit Knochenfunden, darunter der Schädel eines sechsjährigen
Kindes, der in der weitverzweigten Tropfsteinhöhle unter der Burg im mittelalterlichen Hausmüll entdeckt wurde. Weitere sehenswerte Ausstellungen beschäftigen sich mit dem Alltag auf der Burg, dem Leben im
Mittelalter, der Rolle der Frau und dem Minnegesang. Ein Burgerlebnis ganz anderer Art erwartet den Besucher zehn Kilometer nördlich in Kallmünz. Hier ist von der einst riesigen Befestigungsanlage zwar nur noch
eine Ruine übrig, aber die bietet eine sagenhaften Aussicht ins Regensburger Land und anhand von Schautafeln einen lebendigen Rückblick bis in die Zeit der ersten Besiedlung des Burgberges. Jeden zweiten Sonntag
finden hochinformative Führungen mit einem als Landsknecht verkleideten Historiker statt. Der Fremdenverkehrsverein, der diese Rundgänge kostenlos anbietet, sorgt außerdem für Bewirtschaftung mit Getränken, Kuchen
und Süßigkeiten.
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