Manfred Köhler
Romane
Sachbücher
Texte
Lesungen
Kontakt
Links
Ausflugsziele

Osterburg Weida:
Diorama der letzten Hinrichtung

Ein 360-Grad-Museum, eine Folter-Ausstellung und ein Burgmodell mit bewegender Hintergrundgeschichte – das sind die interessantesten, aber bei weitem nicht die einzigen Attraktionen der Osterburg Weida. Der einstige Stammsitz der Vögte, die dem Vogtland seinen Namen gaben, beeindruckt auf den ersten Blick durch einen außergewöhnlich gestuften Turm, der zu den ältesten und mit 54 Metern höchsten Burgtürmen in Deutschland zählt. Neben dem 360-Grad-Museum, in dem ein Rundum-Panoramafilm über Geschichte und Gegenwart des Vogtlandes gezeigt wird, beherbergt der Bergfried eine originalgetreu erhaltene Türmerstube, die noch bis 1917 bewohnt war. Lange Zeit diente die Osterburg als Stätte der Gerichtsbarkeit. Zu den schaurigsten Überbleibseln zählt das sogenannte Hundeloch, ein winziger Kerker ohne Fenster. Die letzte Hinrichtung in Weida im Jahre 1833, zu der 20.000 Schaulustige herbeiströmten, wurde als Diorama nachgestellt. Nicht weniger eindrucksvoll ist das Burgmodell im Museum, das der Leineweber Paul Kranzbühler in dreijähriger Kleinstarbeit zusammengebastelt hat. Die Geschichte dahinter, die man vor Ort nachlesen kann, ist ein wunderliches Beispiel visionärer Eigeninitiative: der Leidensweg eines Mannes, der jahrelang ohne jegliches Gewinnstreben im Geheimen agierte und dadurch den Spott seiner Zeitgenossen und sogar juristischen Argwohn auf sich zog, seine Ersparnisse und seine Gesundheit riskierte und völlig vereinsamte – letztlich für nichts als die Befriedigung, etwas Zweckfreies, aber Einzigartiges geschaffen zu haben.

Weitere Ausflugsziele

Hauptseite