Manfred Köhler
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Zu Pippi und Michel nach Oelsnitz

Oelsnitz Schloss Voigtsberg quer

Wem der Weg ins Pippi-Langstrumpf-Land in Vimmerby zu weit ist, der findet jetzt eine Mini-Version davon im sächsischen Vogtland: Schloss Voigtsberg in Oelsnitz widmet der schwedischen Kinder- und Jugendbuchautorin Astrid Lindgren und ihren Figuren noch bis 10. September 2017 eine bunte, schräge, aber auch sehr informative Ausstellung. Während die Erwachsenen sich mit Leben und Werk der weltbekannten Schriftstellerin auseinandersetzen können, dürfen Kinder in die Welten von Pippi oder Michel eintauchen, ihre Geschichten lesen, die Filme schauen und sich sogar in Pippis Kahn oder Michels Katthult-Haus setzen.

Wer schon länger nicht auf Schloss Voigtsberg war, wird überrascht sein über manche Veränderungen. So zeigt eine Dauerausstellung unter dem Titel „Illusorium“ inzwischen das Lebenswerk der Künstlerin Regine Heinecke. Wenn man als Wessi nicht mit den opulenten, teils alptraumartigen Bilderwelten der in Zwickau geborenen Buchillustratorin aufgewachsen ist, tut man sich zuweilen vielleicht etwas hart mit dem Verständnis ihres Werkes, aber die hohe künstlerische Qualität schlägt einen immer wieder in ihren Bann. Figuren und Szenen brennen sich ebenso ins Gedächtnis ein wie liebevoll gestaltete Anschauungsecken – zum Beispiel eine Duftstation mit orientalischen Gewürzen oder ein abgehobenes Lesepodest mit Bibliothek meterhoch über der Ausstellung.

Im Keller von Schloss Voigtsberg erkennt man am deutlichsten, wo man eigentlich ist: in einer uralten Burg. Alles ist eng, verschlungen und verwinkelt. Passend zu diesem unterirdischen Reich findet man hier eine umfangreiche Mineralienausstellung – und unerwarteten Grusel. Denn ein Nebenraum der Gewölbe diente in der Zeit, als Schloss Voigtsberg Gefängnis war, als Leichenkeller. Eigens schlug man damals einen Gang in die meterdicken Mauern, um die Toten rascher abtransportieren zu können.

Wer Burgen liebt, der sei noch auf eine weitere Besonderheit hingewiesen: Im heutigen Trauzimmer entdeckt man ein detailgetreues Modell von Voigtsberg in seiner Zeit als wehrhafte Festung. Die damalige Toranlage ist inzwischen leider verschwunden, die Vorburg ist heute von schlossartigen Anbauten überformt, aber wer vor dem mächtigen Bergfried der Kernburg steht, der fühlt sich durchaus immer noch in ferne, alte, dunkle Zeiten versetzt.

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