Manfred Köhler
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Wein- und Burgenland Freyburg-Unstrut: Von Rebsorten, dicken Türmen
und seltsamen Gebilden

Ein Kuriositäten-Kabinett mit Gebilden wie aus einem Science-Fiction-Film ist eine der Attraktionen in der Ausstellungs-Vielfalt der Burg Neuenburg bei Freyburg-Unstrut. Unter dem Titel „Was’n das?“ werden Alltagsgegenstände vergangener Zeiten gezeigt, die irgendwann ihren Sinn verloren haben und in Vergessenheit geraten sind. Was überrascht, ist nicht nur die Absonderlichkeit, sondern auch die Vielfalt dieser Dinge aus dem Museums-Fundus, von denen die meisten einfach nur Rätsel aufgeben.

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Aber auch unabhängig von dieser Sonderausstellung ist die Neuenburg derart vollgestopft mit Exponaten zu den verschiedensten Themen, daß man viel Zeit einplanen sollte, um wirklich alles sehen zu können. Das Ausstellungsgelände erstreckt sich fast über die ganze Kernburg bis hin zum Bergfried in der Vorburg. Dieser „Dicker Wilhelm“ genannte Turm läßt aus der Vogelperspektive überhaupt erst erahnen, mit welchen Ausmaßen man es bei der Neuenburg zu tun hat. Jahrhunderte lang wurde an dem gewaltigen Mauer-Labyrinth gebaut, immer wieder gab es drastische Veränderungen und monumentale Erweiterungen. Die fünf Haupt-Entstehungsphasen werden im Palas mit Hilfe von Computer-Animationstechnik erläutert. Letztlich, so erfährt man dabei, war die Neuenburg für die Thüringer Landgrafen im Osten das, was die Wartburg im Westen darstellte: ein Bollwerk an Thüringens Grenzen.

Fast den Garaus gemacht hätten ihr aber nicht kriegerische Auseinandersetzungen, sondern die Mißwirtschaft der DDR. Als beherzte Bürger 1989 die damals verrammelte Burg erstürmten, fanden sie einen Trümmerhaufen vor. Wie daraus innerhalb von 20 Jahren wieder eine völlig intakte und außergewöhnlich schöne Burg werden konnte, das zeigt eine Fotoserie im Museumsbereich auf. Inzwischen gilt die Neuenburg sogar als schönste Burg Sachsen-Anhalts.

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Äußerst sehenswert ist außerdem eine Sonderausstellung über die Geschichte der Zeitmessung mit Dutzenden bestens erhaltener Reise- und Taschenuhren aus drei Jahrhunderten. Wer sich über das Weinland Freyburg-Unstrut informieren will, findet bei einem Spaziergang durch den Burgzwinger sämtliche angebauten Rebsorten und dazu ausführliche Informationstafeln. Den Themen Geschichte des Weinbaus und Weinherstellung sind Ausstellungen im Wirtschaftsbereich der Burg gewidmet. Unbedingt erwähnt werden sollte auch das reichhaltige Angebot für Kinder.

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Wer nach einem Tag auf der Neuenburg noch Zeit und Lust hat, sollte an der Schönburg bei Naumburg Station machen. Die bewirtschaftete Ruine besticht durch ihren wuchtigen Bergfried und den alten Baumbestand im Innenhof, während man über die gewächshausartige Glaspyramide in der Vorburg geteilter Meinung sein kann. Ihre einstige Bedeutung als Grenzfestung sieht man der Schönburg nicht mehr an: Anwohner mißbrauchten das Gemäuer, kaum war es als Amtssitz aufgegeben, als Steinbruch für ihre eigenen Häuser. Als romantische Kulisse für Hochzeiten ist das Ruinengebilde allerdings ideal.

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