Manfred Köhler
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Der Tag, als die Südwand einstürzte

Mit einer faszinierenden Mischung aus Burg und Ruine begeistert der ehemalige Vogtsitz Hohenstein in der Fränkischen Alb. Wie so viele andere Burgen, so wurde leider auch dieses schwindelerregend in die Felsen gefügte Bauwerk im 18. Jahrhundert als Steinbruch mißbraucht. Im Gegensatz zu anderen Anlagen, die gänzlich abgetragen wurden, kam man hier gerade noch rechtzeitig zur Einsicht, und so blieben Burgkapelle und Palas nicht nur erhalten, sondern sind bis heute überdacht und bewohnbar. Zu verdanken ist der erstklassige gegenwärtige Zustand dem Verschönerungsverein Hohenstein, der die Anlage 1983 gekauft und seitdem umfassend saniert hat. Eine gewaltige Herausforderung war es, als im Jahr 2000 die Palas-Südwand einstürzte. Von dem 40 Quadratmeter großen Loch ist heute nichts mehr zu sehen. Wie aufwendig und teuer es war, die 65 Tonnen Mauerwerk mitten in der Außenwand wieder einzufügen, das kann man in einem Faltblatt des Vereins nachlesen. Emsige Mitglieder betreuen die Burg und öffnen sie sonntags ab 11 Uhr für Besucher. Das reich bebilderte Büchlein „Burg Hohenstein – ein Baudenkmal und seine Geschichte“, das vor Ort erhältlich ist, informiert nicht nur über historische Daten und Geschehnisse, sondern auch über woanders längst vergessene Details aus dem Alltag, zum Beispiel die Stärke der Burgbesatzung und die Aufgaben der insgesamt gerade mal 18 Amtsleute, Wächter und Waffenträger. Zu empfehlen ist ein Besuch der Burg Hohenberg nicht nur wegen der grandiosen Aussicht auf das bergige Nürnberger Land, sondern auch wegen des kleinen Botanischen Gartens im Burghof und der aktuellen Gemälde-Ausstellung mit Tierporträts und Landschafts-Impressionen von Walter Bauer.

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