Manfred Köhler
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Schloss Friedenstein Gotha:
Die grausamen Schicksale zweier Ritter

Dass Schloss und Innenstadt von Gotha im Zweiten Weltkrieg nicht völlig zerstört wurden, ist einem einzelnen Mann zu verdanken: Josef Ritter von Gadolla übergab die Stadt kampflos an die Amerikaner, womit ein schwerer Angriff, der schon im Gange war, noch verhindert wurde. Tausende von Gothaern wurden dadurch gerettet, aber Gadolla selbst fiel in die Hände von Wehrmachtssoldaten, wurde verhaftet und kurz vor Kriegsende wegen „Aufgabe des festen Platzes Gotha” hingerichtet. Ironie der Geschichte: Die für Gotha bestimmten Bomben kamen trotzdem zum Einsatz, sie wurden stattdessen über Nordhausen abgeworfen.

Schon einmal waren die Geschicke Gothas aufs Engste mit dem Handeln eines Ritters verknüpft, in dem Fall aber zum Schaden der Stadt: Als Ritter Wilhelm von Grumbach wegen Landfriedensbruchs unter Reichsacht fiel, flüchtete er sich nach Gotha auf die damalige Burg Grimmenstein. Burg und Stadt wurden daraufhin von kaiserlichen Truppen belagert, ausgehungert und eingenommen. Auch dieser Ritter fand den Tod, er wurde 1567 auf dem Marktplatz von Gotha gevierteilt. Die Burg Grimmenstein ließen die Sieger schleifen, und zwar so gründlich, dass man das Festungsgelände von da an nur noch als Weideland nutzen konnte.

Wo einst die Burg Grimmenstein stand, wurde rund 80 Jahre nach der Zerstörung Schloss Friedenstein errichtet. Und noch ein anderes Schloss entstand als Folge der Kriegsereignisse in Gotha: Kurfürst August I. von Sachsen, der die Truppen gegen Grimmenstein angeführt und mit ihnen gesiegt hatte, erbaute aus Anlass und als sichtbares Zeichen seines Triumphes in seiner Heimat das Jagdschloss Augustusburg. Um dieses ebenso prachtvolle wie gewaltige Bauwerk geht es im nächsten Beitrag, der am Freitag, 1. Februar 2013, erscheint.

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